:: ANDREAS DOMBERT

Andreas Dombert

Andreas Dombert Trio – "Live At Jazztone"

Noch immer wirkt seine couragierte minimalistische Solo-Studie "Guitar" vom Sommer 2018 nach, da kommt, drei Jahre nach seinem Album "35", der Regensburger Gitarrist Andreas Dombert erneut mit einer Rarität: einem Trio-Album der ausgesprochen feinen Art.

Eingeladen von Werner Büche, dem Chef des renommierten 63 Jahre jungen Lörracher Klubs Jazztone, fanden sich daselbst im März 2018 Dombert, der dänische Wahl-Berliner Bassist Andreas Lang und der britische Drummer James Maddren zum Live-Konzert ein. Das liegt nun vor, neue acht Dombert-Stücke stark. Und braucht sich - Salut auf den Tonmeister Thomas Schmidt und Simon Glaser am Mischpult! - hinter pieksauberem Studio-Sound kein bisschen zu verstecken.

Dombert-Connaisseurs werden mit Interesse registrieren, dass und wie die Stücke "Maladets", das triolensatte, sich harmonisch öffnende "Three Drops", die von Maddren quasi im Hintergrund geadelte Fortsetzung "Seven Drops" und das für Domberts reduktive Methode beispielhafte "Evolving" die Minimalismen des 2018er "Guitar"-Soloalbums auf exzellente Trio-Weise fortführen.

Andererseits probt "Cuddly Bear" nach kurzer, irritierender Intro die behutsame Öffnung in gitarristisch freiere Gefilde. Die von Lang und Maddren unschlagbar eröffneten balladesken „Autumn Vibes“ werden zum großen Singleline-Chaser, und "Hmb 13" demonstriert als harmonisch raffinierte Solo-Studie, was das Verändern nur einzelner Töne an harmonischer Kraft bedeuten kann.

Und in "Farewell And Tears" findet sich der Gitarrist/Komponist in seiner bislang vielleicht emotional geöffnetsten Spiel-Situation, zart, fragil, beinah defensiv. Der Bass nimmt das auf und potenziert so die starke Atmosphäre, wie sie nur Meister zu schaffen verstehen. Und Maddren ist hier vor allem eines: der äußerst geschmackvoll handelnde, dezente Zuhörer.

[Alexander Schmitz, „Jazzgitarristen“]

 

 

„Genie, Drama und liebevolle Sinnlichkeit“ (Süddeutsche Zeitung)

Der Regensburger Gitarrist Andreas Dombert arbeitete in den vergangenen Jahren mit Weltstars wie Pat Martino, Larry Coryell, Philip Catherine, Ulf Wakenius oder Airto Moreira. Mit seiner Formation „Night of Jazz Guitars“ trat er bei hochkarätigen internationalen Festivals auf, als Kopf der Band „Dombert´s Urban Jazz“ experimentierte er mit Elektronik-Einflüssen, feilte an seiner ganz eigenen Klangästhetik und erhielt 2014 den Kulturpreis der Oberpfalz. Sein Trio-Debüt 35 erschien 2016 bei ENJA und wurde in der Kategorie Gitarre national für den ECHO JAZZ nominiert.

Dass Andreas Dombert zu den innovativsten und stärksten Stimmen der deutschen Gitarrenszene zählt, zeigt auch seine neueste Leidenschaft, der er sich seit 2017 widmet: Minimal Music für Gitarre solo. In kunstvollen Eigenkompositionen kreiert er zauberhafte Klanglandschaften durch musikalische Prozesse, die sich extrem langsam verändern. Das beschert den Zuhörern ein neuartiges Gefühl: ein „Überangebot“ an Zeit. Die dazu aufgenommene CD wird im November 2018 bei ENJA erscheinen.

Andreas Dombert, geboren 1979 in Straubing, begann seine musikalische Ausbildung mit klassischem Klavier. Später studierte er Jazzgitarre an der Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg bei Helmut Kagerer und Paulo Morello. Von 2002 bis 2004 war er Mitglied des Bundesjugendjazzorchesters unter der Leitung von Peter Herbolzheimer. Mit einem Studienaufenthalt in New York komplettierte er seine Ausbildung.

Als Jazzgitarrist ist Andreas Dombert vor allem bekannt für eine Klangsprache, die geprägt ist von warmer Melancholie und einem untrüglichen Gespür für starke Melodien. Aber auch im Popbereich ist er aktiv. Als Studiomusiker und Live-Gitarrist bringt er es auf viele Hundert Konzerte, Charterfolge und dutzende Fernsehauftritte mit verschiedenen Acts. Seine stilistische Bandbreite zeigte er auch als Mitglied der Jazz-Metal-Combo „Panzerballett", bei der er das Album „Starke Stücke" mit einspielte, das 2008 bei ACT erschienen ist. Seine Band „Dombert’s Urban Jazz“ lotete die Grenzen des Genres aus – mit einem Mix aus analogen Sounds, Elektronik und Videokunst. Das „Urban Jazz“-Debüt erschien in der Reihe „Jazzthing - Next Generation“. Den Nachfolger „16/8“ lobte die „Süddeutsche Zeitung“ 2013 als „eines der spannendsten Alben des Jahres“. Ein Prädikat, das derselbe SZ-Kritiker ein Jahr später erneut einem Dombert-Album verlieh: „Duo“ mit dem Pianisten Chris Gall. Internationale Aufmerksamkeit erregte Dombert dann vor allem durch seine zwei „Night Of Jazz Guitars"-Veröffentlichungen (2011 mit Larry Coryell und 2016 mit Pat Martino). Der bekannte New Yorker Gitarrenkritiker Bill Milkowski schrieb über ihn: „Dombert does make a strong impression on this six-string extravaganza" und „Guitar aficionados take note: this is six-string work of the highest order".

"Genie, Drama und liebevolle Sinnlichkeit" (Süddeutsche Zeitung)
"Ein außergewöhlicher Gitarrist" (Saarländischer Rundfunk)
„A strong cat“ (Ulf Wakenius)
„The future of European Jazz Guitar“ (Larry Coryell)
„Andreas plays magnificent“ (Pat Martino)